BOLDMEN CR 4 / CR 4 S: VON DER IDEE BIS ZUM FERTIGEN PRODUKT

Das Grundkonzept:

Eine Manufaktur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein eigenes Fahrzeug zu entwickeln, zu bauen und zu vertreiben, muss zunächst einmal prüfen, in welchem Bereich die Automobilkonzerne eine Nische unbesetzt lassen. In Zeiten, in denen Milliardenbeträge in die Digitalisierung, in die Elektrifizierung und in das autonome Fahren investiert werden müssen, werden Modelle aus dem Angebot genommen, die aufgrund zu niedriger Verkaufszahlen die wirtschaftlichen Kriterien nicht erfüllen. Das betrifft mehr und mehr Roadster und Cabriolets.

BOLDMEN hat sich somit entschieden, einen 2-sitzigen Roadster zu entwickeln.

Die Ausgangssituation:

Als sich im Jahre 1985 die Brüder Martin und Friedhelm Wiesmann dazu entschieden haben, einen eigenen Roadster zu entwickeln, war die Ausgangssituation noch eine ganz andere als heute. Man konstruierte zunächst einen Gitterrohrrahmen, kaufte die Antriebstechnik, Fahrwerksteile, Lenkung und Bremsen sowie viele Komponenten zu, so dass nach dem Zusammenbau ein fahrbereites Basisfahrzeug ohne Karosserie entstand.

Die totale, elektronische Vernetzung der gesamten Technik moderner Fahrzeuge schließt eine derartige Vorgehensweise heute alleine schon aus wirtschaftlichen Gründen aus: man müsste eine neue Elektronik entwickeln lassen, was ein Investment im 2-stelligen Millionenbereich nach sich ziehen würde. Sofern eine Sportwagen–Manufaktur nicht nur als Hobby reicher Personen betrieben werden soll, sondern sich zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen entwickeln muss, ist man heute gezwungen, auf ein Basisfahrzeug mit der vernetzten Technik zurückzugreifen. Diese Vorgehensweise hat auch längst bei den Automobilkonzernen Einzug gehalten, ein Rolls Royce basiert auf dem BMW 7er, ein Lamborghini Urus auf dem Audi Q 8, viele andere Beispiele könnten hier aufgezählt werden.

Der BOLDMEN CR 4 / CR 4 S basiert auf dem BMW Z 4 M 40i, aber auch nicht mehr. Der Umfang von eigenen Teilen und Veränderungen betrifft nicht nur die Karosserie und das Interieur, die nachfolgenden Bilder verdeutlichen den Aufwand für die Entstehung eines BOLDMEN.

Die Designentwicklung:

Im Rahmen der Designentwicklung müssen einerseits alle nicht veränderbaren Vorgaben des Basismodells Berücksichtigung finden, andererseits gibt es unzählige Vorschriften, die beachtet werden müssen. Es handelt sich um einen sehr aufwendigen Prozess und letztendlich auch um Abstimmungen zwischen den handelnden Personen mit dem Ziel, den Geschmack einer großen Mehrheit potenzieller Kunden zu treffen. Ein vorliegender Kriterienkatalog zeigt viele Grenzen auf, die nicht überschritten werden dürfen, gleichzeitig ergeben sich Spielräume für designerische Kreativität.

Die Konstruktion:

Die Vorstellungen von Designern lassen sich manchmal nur sehr schwer oder auch gar nicht, speziell unter wirtschaftlichen Kriterien, konstruktiv umsetzen. Jedes der unzähligen Einzelteile muss konstruktiv integriert werden, wobei nicht nur Befestigungsmöglichkeiten, Spaltmaße und Kriterien der Nutzung eine Rolle spielen. Auch die Frage der Produzierbarkeit muss Berücksichtigung finden. Wie groß ist der Aufwand, gibt es Möglichkeiten der Vereinfachung, ohne die Qualität oder den praktischen Nutzen zu beeinträchtigen? Letztendlich liefert die Konstruktion alle Daten für den Werkzeug- und Formenbau.

Der Werkzeug– und Formenbau:

Alleine die CARBON-Karosserie eines BOLDMEN besteht aus 54 kleinen und großen Teilen, für die jeweils spezielle Werkzeuge und Formen gebaut werden müssen. Dazu kommen 62 einzelne Komponenten, die in der Sattlerei mit Leder bezogen werden und 185 Einzelteile, die zum Teil angefertigt und verbaut werden müssen. In der Massenfertigung lassen sich die Kosten hierfür relativ schnell amortisieren, in einer Sportwagen–Manufaktur, die Einzelstücke nach den individuellen Wünschen ihrer Kundschaft herstellt, schlagen die Kosten aller hier aufgezeigten Prozesse deutlich höher zu Buche. Exklusivität und Einzelfertigungen haben nun mal ihren Preis, das gilt auch für viele andere Branchen (z.B. Uhren, Schmuck, Fashion, Möbelstücke u.s.w.).

Die Typisierung:

Letztendlich muss das fertige Produkt alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, was im Rahmen umfangreicher Prüfungen zu belegen ist. Hier geht es um nationale Anforderungen, um Anforderungen innerhalb der EU und letztendlich auch um spezielle Vorschriften von Nicht-EU-Ländern wie z.B. der Schweiz.

BOLDMEN hat all diese Prozesse durchlaufen und einen Hersteller-Status in allen Ländern der Europäischen Union erlangt, was wiederum die Erfüllung unzähliger Vorgaben und Kriterien bedingt.

Die Produktion – handmade in Germany:

Eine Sportwagen–Manufaktur hat im technischen Bereich verschiedene Abteilungen intern oder extern, die Hand in Hand arbeiten müssen und an die extrem hohe Anforderungen gestellt werden. Schließlich geht es um das Erreichen einer höchstmöglichen Detailqualität.

- das Design-Team in Verbindung mit dem Konstruktionsteam

- der Fahrzeugbau

   - Karosseriebau

   - Elektrik / Elektronik

   - Motorenbau

   - Abgastechnik

   - Fahrwerkstechnik

   - Interieurtechnik

- die CARBON-Produktion

- die Sattlerei

   - Lederverarbeitung

   - Stoffverarbeitung

   - Teppichverarbeitung

- die Lackiererei

- die Endkontrolle (alle Arbeitsschritte bis zum Endprodukt)

- der Servicebereich

Insgesamt wird in rund 750 Arbeitsstunden (Abhängig von der Ausstattung eines BOLDMEN) hochqualifizierter Spezialisten ein BOLDMEN entstehen, der seinem Besitzer viel Freude bereiten wird und an Exklusivität kaum zu überbieten ist.

Einblicke in die Manufakturarbeit